Teramo

Teramo

Die Stadt hat einen sehr alten Ursprung. Sie war nämlich schon in der Vorgeschichte besiedelt. In der römischen Zeit wurde sie die Hauptstadt des “Praetutiums”, Name den man der Gegend in der Nähe von Teramo gab, als die Stadt nach dem Verlust der Italischen Freiheit ein römisches Gebiet wurde.

Innerhalb des römischen Reiches war Teramo gleichzeitig Siedlung und Stadtgemeinde.
Unter der Herrschaft des Kaisers Augustus und dann des Kaisers Hadrians kannte die Stadt eine lange Goldene Zeit, in der die Tempel, die Thermen, das Amphitheater und eine lange Reihe von alten Gebäuden, die heute von der neuen Stadt erdrückt sind, als Zeugnisse galten. Nach dieser glücklichen Zeit wurde die römische Stadt im Jahr 410 von den Goten, die Alarich führte, zerstört und erlebte eine Dekadenzperiode.

Nachher war sie unter der Herrschaft der Longobarden und wurde zum Herzogtum von Spoleto als Grafschaft angegliedert. Dann kam die normannische Periode und in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts ging die Stadt unter die Herrschaft der Anjou, die den Wohlstand zurückbrachten. Zwischen dem vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert wurde die Stadt Teramo aber durch die Kämpfe zwischen den zwei Parteien “Melatini und Antonelli” und “Spennati und Mazzaclocchi” abgestritten. Verschiedene Familien waren abwechselnd an der Macht solange, bis Braccio Fortebraccio da Montone im Jahr 1421 sie aus der Herrschaft der Stadt schloss.
Von 1438 bis 1443 herrschten Francesco Sforza und dann Alphons der Aragonier in Teramo.

Nach dem Krieg für die Thronfolge in Spanien kam die Stadt unter die Herrschaft der Österreicher und dann, im Jahr 1798, der Franzosen. Im Jahr 1815, nach dem Aufstand gegen die Regierung von Murat, ging die Stadt zum Neapelreich zurück und folgte dann die Geschichte und das Schicksal von Süditalien.

In der Mitte der Stadt ragt sich der Dom empor. Er wurde im Jahr 1158 aufgebaut und dann im vierzehnten Jahrhundert erweitert.
Vom fünfzehnten Jahrhundert bis heute hat er verschiedene Veränderungen erfahren. Das Portal, Werk des Künstlers Diodato Romano, geht aufs Jahr 1332 zurück. Auf den äusseren Säulen des Gebäudes befinden sich die Statuen der Heiligen Jungfrau und des Erzengels Gabriel, die dem Nicola da Guardiagrele zugeschrieben sind. Das dreieckige Tympanon fasst eine schöne Rosette um. Der Dom ist mit drei Schiffen ausgestattet, die durch Säulen und runde Pilaster getrennt sind. Drinnen kann man das Silberantependium (1433-1448) von Nicola da Guardiagrele, der Flügelaltar aus dem fünfzehnten Jahrhundert des Venezianers Jacobello del Fiore, das Sankt Augustin darstellt, und die Überreste von Fresken aus dem fünfzehnten Jahrhundert sehen.
Die Decke, die mit ungedeckten Balkenlagen ausgestattet ist, ist mit alten Themen verziert. Das Licht kommt aus langen einbögigen Fenstern. Auf der rechten Seite des Doms steht der Glockenturm, der von Antonio da Lodi (im fünfzehnten Jahrhundert) beendet wurde.

Das römische Theater, das vom Dom nicht so weit weg liegt, geht wahrscheinlich aufs Jahr 30. v.Ch. zurück. Die Treppen, die für das Publikum reserviert waren, konnten etwa 3.000 Zuschauer insgesamt aufnehmen. Sie hatten einen Durchmesser von 78 Meter, bestanden aus Travertin und ruhten auf zwanzig Bogengängen.

Von der Bühne wurde nur der östliche Teil ausgegraben. Westlich vom Theater erhob sich das Amphitheater aus dem dritten/vierten Jahrhundert, dessen Überreste man auf der Straße sehen kann, die parallel am Theater liegt. Auf der Straße “Via Antica Cattedrale” befinden sich die Überreste der uralten Kirche, die am Anfang “Chiesa di Sancta Maria Interamniensis”, dann “Chiesa di San Getulio” und schließlich “Chiesa di Sant’Anna” genannt wurde.

Man hat sie in der byzantinischen Zeit auf einem römischen Tempel aufgebaut, Im zwölften Jahrhundert wurde sie wieder umgebaut und dann im Jahr 1155 von den Normannen verbrannt. Von der Kirche bleiben die romanischen Steinarkaden, das Presbyterium, das reich an römischen Überresten ist, und ein breitbögiges Fenster, das auf zwei Säulen aus weissem Marmor steht.

Die Kirche “Chiesa di Sant’Antonio”, die auf dem kleinen Platz “Largo Melatini”, nicht so weit weg von der Kirche “Chiesa Sant’Anna” liegt, wurde im Jahr 1227 aufgebaut und ein Jahrhundert später erweitert. An der Vorderseite befindet sich ein romanisches Portal. Der Innenraum, der mit einem einzigen Schiff ausgestattet ist, wurde in der Barockzeit neubearbeitet. Die äußere Apsis hat ein großes, originelles zweibögiges Fenster.
Ausserhalb der Stadt liegt Kirche “Chiesa di S.S. Maria delle Grazie”. Sie geht aufs Jahr 1153 zurück und war früher ein Kloster der Benediktinerschwestern, das man “Sant’Angelo delle donne” nannte.

Innerhalb findet man viele Gemälde, die bekannten Künstlern aus Teramo zugeschrieben sind, wie z.B. Pasquale Celommi und Vittorio Scarselli. Auf dem Hauptaltar liegt die wunderschöne Holzstatue aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die die heilige Jungfrau darstellt. Sie ist dem Künstler Silvestro dell’Aquila zugeschrieben. Merkwürdig ist der Kreuzgang, der auf der linken Seite des Gebäudes liegt.

Auf seinen drei Seiten erheben sich Säulen und Pilaster, die mit Blättern verzierte Kapitelle haben, auf denen halbkreisförmige Borgen stehen. Neue Restaurierungen haben andere halbkreisförmige Bogen und Bauelemente aus dem zwölften und dem fünfzehnten Jahrhundert ans Licht gebracht.

Von der S.S. 16 Richtung Pescara. Nach dem man Giulianova durchquert hat, an der ersten Kreuzung rechts abbiegen, Richtung Teramo die S.S. 80 entlangfahren.

Galerie

Il Santuario di San Gabriele di Teramo

Foto-Galerie Il Borgo

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