Wenn man von der Strandpromenade auf nach Tortoreto Alto will, entdeckt man Olivenhaine und Weinberge und auch die Reste einer Villa aus dem II Jahrhundert v. C.. Tortoreto Alto ist ein aus dem Mittelalter stammendes Dorf auf 227 m über dem Meeresspiegel. Diese erhöhte Lage eignet sich besonders zum Ausblick auf die Hügel, die Berge und Täler, die an diesen Ort grenzen. Von den vielen Balkonen, die wie in der Luft schweben, geniesst man einen einzigartigen Ausblick von der Küste und von den Tälern um die Flüsse Salinello und Vibrata. Wenn das Wetter es zulässt erblickt man auch die Bergspitzen des Gran Sasso, die höchste Spitze des Zentralappenins.
Tortoreto Alto ist wie ein System von kleinen Plätzen und schmalen Gassen, Bögen und Türme geprägt von den warmen Farbtönen der Ziegel. Es bewahrt die Struktur eines befestigten Dorfes, untergebracht auf dem höchsten Teil der Stadt, in dem der lokale Adel wohnte; heute ist es Sitz des Rathauses und von einigen wichtigen kulturellen Veranstaltungen.
Nach der Zeit des Mittealters hatte man keinen Grund mehr in einer befestigten Burg zu wohnen. Die Einwohner siedelten nach Tortoreto Lido, wo man in der Nähe der Küste die ersten Wohnsiedlungen erbaut. Um das Jahr 1800 enstand der erste bewohnte Kern von Tortoreto Lido entlang der heutigen via Carducci, die von Tortoreto Alta zum Meer führt.
Aufsteigend von Tortoreto Lido in Richtung Tortoreto Alta, am Fuße der Hügel, entlang der Landstrasse, die in der Gegend als "Via Muracche" bekannt ist, kamen einige Ruinen ans Licht. Es handelt sich um die Ruinen einer antiken Villa, die sicherlich nicht die einzige hier in der Gegend war. Es ist eine Villa mit Blick aufs Meer, denn damals reichte das Meer bis hin zu den Füssen der Hügel. Im Inneren der Villa gibt es einen Mosaikfußboden und im hinteren Teil, gab es Platz für landwirtschaftliche Tätigkeiten. Weitere Zeugnisse der römischen Epoche wurden in dem Gebiet „Contrada Terrabianca“ und „Badette“ entdeckt: Behälter für Regenwasser und eine Nekropole.
Die Ursprünge von Tortoreto reichen zurück zum römischen Reich (obwohl die ersten menschlichen Siedlungen aus der vorgeschichtlichen Periode stammen), durch das Phänomen der Migration der Einwohner von der Küste in Richtung der Hügel wegen Flucht vor den Gefahren der Aggressionen. So entsteht das „Castrum Salini“ von dem Plinius der Ältere kundet. Der Kern des historischen Zentrums von Tortoreto Alta, wie es heute noch dem Besucher erscheint, stammt aus dem Mittelalter. Der Ort, sagt Papst Gregor in einem Brief von 602, war „reich an Wäldern und eignet sich für die Verschachtelung der Tauben“. Von hier stammt der Name „Turturitus“ (Tauben). Das Dorf bewahrt noch heute die Struktur einer mittelalterlichen Festung: die zentrale Festung umgeben von hohen Mauern, neben welchen sich der Turm erhebt.
Der „Torrione“ (Turm), die Einstiegstüren, die schmalen Gassen, die Brücke mit den eigenschaftlichen Bögen, zeugen von der Burg von Tortoreto. Das historische Zentrum von Tortoreto, erhebt sich 227 Meter über dem Meeresspiegel ist in drei Teile gegliedert: Terravecchia stellt den ältesten Kern von Tortoreto dar, rekonstruiert, in aller Wahrscheinlichkeit, auf den Ruinen des "Castrum Salini". Es wurde dann eine befestigte Burg mit Zugbrücke, Schiesscharten, Turm mit der Uhr, Mauern, unterirdische Tunnel und Paläste des Grundherrs, Kirchen und Häuser der Adeligen. Terranuova war die neue Burg mit nur wenigen Zugängen und Türmen an den Ecken der Stadt für die Verteidigung. Das Dorf entwickelte sich dann ausserhalb der Mauern und senkrecht zur Küste und endet mit einer natürlichen Terrasse mit Blick auf das Meer. Ab Ende 1300, bindet sich die Geschichte von Tortoreto an die Ereignisse der Herzöge von Acquaviva von Atri, welche hier bis Mitte 1700 herrschten, als das Gebiet dann in das Königreich von Neapel aufgenommen wurde.